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FÖRDERMITTEL-HOTLINETelefonische Sprechstunde zum Thema 'Öffentliche
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Interesse nur vorgetäuschtStellen Sie sich vor: Sie haben Ihre Immobilie in einer Zeitung oder in einem Immobilienportal inseriert. Ein Interessent ruft an. Er will das Objekt kaufen, schnell, keine Besichtigung, zum ausgeschriebenen Preis, ohne Verhandlungen. Er klingt freundlich und seriös. Ungewöhnlich, aber: besser kann es ja nicht laufen.
Von wegen: Oft sind es Betrüger, die mit solchen Angeboten versuchen, einen sogenannten "Rip-Deal" einzufädeln. Tatsächlich soll der Immobilienanbieter um möglichst viel Geld gebracht werden - die Immobilie interessiert gar nicht. Sie dient nur als Vorwand, um mit dem Verkäufer in Kontakt zu treten. Der freundliche Anrufer gibt sich meist als Vermittler eines ausländischen Geschäftsmanns aus, der die Immobilie erwerben will, derzeit aber nicht nach Deutschland reisen kann. Deshalb soll das Geschäft im Ausland - sehr häufig: Mailand oder Turin (Italien) - abgewickelt werden. So beschreibt Martin Huber vom bayerischen Landeskriminalamt das typische Schema. Ködergeschäft wird eingefädelt Im Laufe der Gespräche stellt sich heraus: Der Immobilienkauf könne nur stattfinden, wenn vorher Geld getauscht werde. Der vermeintliche Investor verfüge über Schwarzgeld. Ein Ködergeschäft wird eingefädelt: "Meist werden 10.000 Schweizer Franken des Immobilienanbieters in 10.000 Euro umgetauscht", weiß Fachmann Huber. Das spätere Opfer macht so bei seinem ersten Besuch im Ausland zunächst einen Gewinn, schöpft so Vertrauen. Dann wird ihm ein größerer Deal angeboten: "Oft geht es um Beträge um die 100.000 Euro", erläutert Huber. In einem Fall waren es sogar 1,8 Millionen Euro. Das Opfer reist erneut ins Ausland. Im Gepäck: ein Koffer voller Geld. Der Übergabeort: ein Luxushotel. Dort herrscht hektisches Treiben - das gehört zur Taktik der Betrüger. Sie dient dazu, dem Opfer blitzschnell im Austausch gegen echtes Geld einen Koffer mit sogenannten Facsimile-Noten unterzuschieben - das sind ungültige Scheine, die mit dem Aufdruck "Facsimilie" als solche gekennzeichnet sind (in Italien ist deren Besitz nicht strafbar). Schöpft das Opfer Verdacht, wird der Koffer mit dem echten Geld notfalls mit Gewalt entwendet. Sobald die Täter ihre Beute haben, verschwinden sie blitzschnell. Gesamtschaden: Über 40 Millionen Euro Der Polizei wurden bislang bundesweit schon über 1.200 Fälle gemeldet, täglich werden es mehr. In 350 Fällen waren die Verbrecher erfolgreich. Der Gesamtschaden: über 40 Millionen Euro. Dunkelziffer: unbekannt. Betroffen sind vor allem Immobilienverkäufer. Doch auch auf Anzeigen, in denen teure Schiffe, Autos oder Pferde angeboten werden, reagieren die Betrüger, warnt Fachmann Huber. Erfahrungen mit diesen Trickbetrügern machte auch die Firma x.x.x.-Immobilien aus Münsingen: Ein vermeintlicher Interessent, der angeblich Geld aus Ölgeschäften hatte, interessierte sich für eine angebotene Immobilie, berichtet ein-Mitarbeiter der Firma. Der Deal sollte in Amsterdam stattfinden - am besten sofort. Die Firma erbat sich Bedenkzeit und stellte Recherchen an. Letztlich informierte sie die Kripo. Einiges stellte sich als faul heraus. So war beispielsweise die Identität des vermeintlichen Interessenten nicht zu klären: Vom Täter angegebene E-Mail-Adresse, Handy- und Fax-Nummern hatten drei verschiedene Inhaber an drei Orten in zwei Ländern... Ein verdeckter Einsatz eines Undercoverbeamten wäre eine ideale Möglichkeit gewesen, die Betrüger zu schnappen, glaubt Baumann. Doch das war leider nicht möglich, weil noch kein Verbrechen vorlag, berichtet der Immobilienprofi enttäuscht. Dennoch: Die Daten auch solcher versuchter Rip-Deals werden von der Polizei gesammelt: Eine Bund-Länder-Projektgruppe (BLPG), die BLPG "Rip-Deal", führt eine bundesweite Erhebung durch. Ziel: Infos über die Betrüger sammeln, um ihnen auf die Spur zu kommen. So erkennen Sie Betrüger Der Vorwand: Interesse an einem Immobilienkauf. Der Hintergedanke: Dem arglosen Verkäufer Geld abnehmen. So schützen Sie sich vor sogenannten Rip-Deals. So identifizieren Sie die Betrüger:
Spätestens jetzt sollten Sie die Polizei einschalten
Die Polizei warnt ausdrücklich davor, sich auf solche Geschäfte einzulassen. Betroffene sollten möglichst schnell die Polizei einschalten: Das ist bei dieser Art von Kriminalität besonders wichtig, um die Betrüger zu verfolgen. Denn diese haben offensichtlich keine festen Adressen, sondern nur wechselnde E-Mail-Adressen und Prepaid-Handynummern. Oft würden Betroffene aus Scham nicht zur Polizei gehen - oder deshalb, weil sie selbst vorhatten, Schwarzgeld lukrativ zu vermehren. Deshalb ist die Dunkelziffer nach Polizeischätzungen enorm hoch. Der Polizei sind zudem bis heute drei Fälle (zwei in Deutschland, einer in Österreich) bekannt, bei denen die Opfer aus Verzweiflung Selbstmord begingen. Auch sind mehrere Fälle bekannt, bei denen es beim Geldtausch zu Gewaltanwendung kam.
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